{"id":3633,"date":"2023-10-23T12:30:20","date_gmt":"2023-10-23T12:30:20","guid":{"rendered":"https:\/\/digmit.at\/?page_id=3633"},"modified":"2024-01-02T14:54:22","modified_gmt":"2024-01-02T14:54:22","slug":"die-osterreichische-migrationspolitik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/digmit.at\/index.php\/die-osterreichische-migrationspolitik\/","title":{"rendered":"Die \u00f6sterreichische Migrationspolitik"},"content":{"rendered":"\n<p>Die <strong>\u00f6sterreichische Migrationspolitik<\/strong> ist <strong>sehr streng<\/strong>, eine der strengsten in Europa.<br>Besonders streng sind die Aufenthaltsgesetze f\u00fcr Menschen, die aus <strong>Drittstaaten<\/strong> nach \u00d6sterreich kommen.<br>In kaum einem anderen Land weltweit ist es so <strong>schwierig, die <a href=\"https:\/\/digmit.at\/index.php\/ich-mochte-die-osterreichische-staatsburgerschaft-beantragen\/\">Staatsb\u00fcrgerschaft<\/a> zu bekommen<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Um in \u00d6sterreich \u201eoffiziell\u201c leben zu d\u00fcrfen, brauchen Migrant*innen <strong><a href=\"https:\/\/digmit.at\/index.php\/startseite\/aufenthaltsrecht\/ich-mochte-in-osterreich-leben-und-oder-arbeiten\/ich-bin-drittstaatsangehoriger-und\/\">Aufenthaltspapiere<\/a><\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr manche <strong>Aufenthaltstitel<\/strong> (\u201eVisum\u201c) und f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/digmit.at\/index.php\/ich-mochte-die-osterreichische-staatsburgerschaft-beantragen\/\"><strong>\u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft<\/strong><\/a> brauchen Migrant*innen genug <strong>Einkommen<\/strong> und sie m\u00fcssen <strong><a href=\"https:\/\/digmit.at\/index.php\/ich-muss-fur-meinen-aufenthalt-eine-deutschprufung-machen\/\">Deutschpr\u00fcfungen<\/a> <\/strong>machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das macht <strong>Stress<\/strong> und <strong>Druck<\/strong>, Arbeit zu finden und diese nicht zu verlieren. <br>Deshalb sind Migrant*innen oft <strong>gezwungen, unter schlechten Bedingungen und f\u00fcr wenig Geld zu arbeiten<\/strong>. Es ist schwieriger f\u00fcr sie, ihre Rechte einzufordern.<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschpr\u00fcfungen machen zu m\u00fcssen macht auch Stress und Druck. <br>Neben oft anstrengender Lohnarbeit und \u2013 vor allem f\u00fcr Frauen* \u2013 auch <a href=\"https:\/\/digmit.at\/index.php\/startseite\/gesundheit\/arbeiten-gesund-bleiben\/frauenarbeit_frauengesundheit\/lohnarbeit_hausarbeit_kindererziehung\/\">unbezahlter Arbeit zu Hause<\/a> bleiben manchmal keine Zeit und Kraft zum Deutsch lernen.<br>Auch finanzieller Druck macht Lernen schwieriger. <br>Migrant*innen haben oft auch nicht genug Kontakt zu Menschen, die Deutsch (mit ihnen) sprechen.<br>F\u00fcr Menschen, die nicht oder nur wenige Jahre in der Schule waren, nicht so gut\/schnell lesen und schreiben k\u00f6nnen oder die erst als Erwachsene lesen und schreiben gelernt haben, sind diese Deutschpr\u00fcfungen sehr schwierig. Auch wenn sie schon gut Deutsch verstehen und sprechen k\u00f6nnen, ist es f\u00fcr sie schwierig, die Pr\u00fcfungen zu schaffen, auch weil sie nicht so viel Erfahrung mit Pr\u00fcfungsformaten haben. <br>Menschen, die schon im Zugang zu Bildung benachteiligt wurden, werden also wieder diskriminiert.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Je nachdem, welche <strong>Staatsb\u00fcrgerschaft<\/strong> oder welchen <strong>Aufenthaltsstatus<\/strong> ich habe, habe ich <strong>unterschiedliche Chancen und M\u00f6glichkeiten<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn ich keine \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft habe, darf ich zum Beispiel <strong>nicht w\u00e4hlen<\/strong>. Von 9 Millionen Menschen, die in \u00d6sterreich leben, d\u00fcrfen 1,5 Millionen nicht w\u00e4hlen. Nur 2\/3 der Wiener*innen sind wahlberechtigt. Damit wird ein gro\u00dfer Teil der \u00f6sterreichischen Wohnbev\u00f6lkerung von demokratischen Teilhabe ausgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die <strong>Mindestsicherung<\/strong> (= \u201e<strong>Sozialhilfe<\/strong>\u201c) bekomme ich nur dann, wenn ich die \u00f6sterreichische oder eine EWR-Staatsb\u00fcrgerschaft oder einen unbefristeten Aufenthalt (zum Beispiel Daueraufenthalt \u2013 EU) habe.<\/p>\n\n\n\n<p>Um die \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft zu bekommen, darf ich aber keine Mindestsicherung beziehen. Au\u00dferdem muss ich genug verdienen, und die Staatsb\u00fcrgerschaft kostet auch viel.<br>Damit werden vor allem <strong>Frauen*<\/strong> ausgeschlossen, die h\u00e4ufig in schlechter entlohnten Berufen arbeiten oder aufgrund von Kinderbetreuungspflichten h\u00e4ufiger nur Teilzeit.<br>Viele k\u00f6nnen sich die \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrgerschaft gar nicht leisten. Das Einb\u00fcrgerungsrecht schlie\u00dft also Menschen, die wenig Geld haben, aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem d\u00fcrfen Migrant*innen nur mit bestimmten Aufenthaltstiteln \u00fcberhaupt arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Am Arbeitsmarkt<\/strong> werden Migrant*innen dann auch \u2013 zum Teil <strong>mehrfach<\/strong> \u2013 <strong>diskriminiert<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Migrant*innen arbeiten h\u00e4ufig in <strong>schlecht bezahlten Berufen<\/strong> und <strong>unter prek\u00e4ren Bedingungen<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Migrant*innen erfahren in der Migration oft eine <strong>Dequalifizierung<\/strong>. <br>Das bedeutet, dass sie mit einer bestimmten Qualifikation \/ Ausbildung oder Berufserfahrung nach \u00d6sterreich kommen, hier dann aber nicht in ihrem Beruf arbeiten k\u00f6nnen und eine andere, oft schwere(re) und schlecht(er) bezahlte Arbeit machen. <\/p>\n\n\n\n<p><br>Die <strong>\u00f6sterreichische Migrationspolitik<\/strong> und die <strong>\u201eIntegrationspolitik\u201c<\/strong> sind <strong>in vielen Bereichen diskriminierend und rassistisch<\/strong>. Hier ein Beispiel aus der Schule:<br>Kinder, die nicht gut genug Deutsch k\u00f6nnen, kommen Extra-Klassen = <strong><a href=\"https:\/\/digmit.at\/index.php\/ungerechtigkeit-diskriminierung-schule-und-bildung-sind-nicht-fair\/#deutschfoerderklassen\">Deutschf\u00f6rderklassen<\/a><\/strong>. <br>Kinder werden so ausgegrenzt. Oft verlieren Kinder 1 bis 2 Schuljahre. <br>Das ist Diskriminierung!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00f6sterreichische Migrationspolitik ist sehr streng, eine der strengsten in Europa.Besonders streng sind die Aufenthaltsgesetze f\u00fcr Menschen, die aus Drittstaaten nach \u00d6sterreich kommen.In kaum einem anderen Land weltweit ist es so schwierig, die Staatsb\u00fcrgerschaft zu bekommen. Um in \u00d6sterreich \u201eoffiziell\u201c leben zu d\u00fcrfen, brauchen Migrant*innen Aufenthaltspapiere. 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