Diskriminierungen außerhalb der Arbeitswelt

Ich darf nicht beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen diskriminiert oder (sexuell) belästigt werden.

Der Zugang zu Gütern und Dienstleistungen betrifft zum Beispiel

  • das Mieten oder Kaufen von Wohnungen, Wohnungsinserate
  • Sozialleistungen
  • Gesundheitsdienste (Krankenhäuser, Ärzt*innen…)
  • den Bereich der Bildung (zum Beispiel öffentliche Schulen)
  • den öffentlichen Verkehr
  • Versicherungs- und Finanzdienstleiter (Banken)
  • Geschäfte/Apotheken/Friseursalons…
  • Hotels/Restaurants/Bars/Discotheken
  • Freizeiteinrichtungen (zum Beispiel Schwimmbäder, Kinos, Theater, Fitnessstudios)
  • Mobilfunkanbieter
  • Fahrschulen


Wenn ich aufgrund

  • meines Geschlechts / Familienstandes /Kindern
  • oder meiner ethnischen Zugehörigkeit / Herkunft / Hautfarbe

beim Zugang zu Gütern oder Dienstleistungen diskriminiert oder belästigt werde, habe ich Anspruch auf Schadenersatznach dem Gleichbehandlungsgesetz.

Das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz schützt mich gegen Diskriminierung beim Zugang zu Gütern oder Dienstleistungen aufgrund einer Behinderung.

Leider ist Diskriminierung beim Zugang zu Gütern oder Dienstleistungen aufgrund meiner sexuellen Orientierung, meines Alters, meiner Religion oder Weltanschauung nicht gesetzlich verboten.

Was tun bei Diskriminierung?

Diskriminierung und (sexuelle) Belästigung beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen sind verboten!

Wenn ich aufgrund

  • meiner ethnischen Zugehörigkeit / Herkunft / Hautfarbe,
  • meines Geschlechts / meines Familienstandes / Kindern
  • oder einer Behinderung

diskriminiert oder belästigt werde, kann ich mich dagegen wehren.

Die Gleichbehandlungsanwaltschaft berät und unterstützt mich, wenn ich diskriminiert oder (sexuell) belästigt werde.
Über die Gleichbehandlungs:App der Gleichbehandlungsanwaltschaft kann ich mich informieren und Diskriminierung und Belästigung melden(App Installieren: Google Playstore/ iTunes).
Die Gleichbehandlungsanwaltschaft leitet die notwendigen Informationen an die Gleichbehandlungskommission weiter. Die Gleichbehandlungskommission prüft die Einzelfälle.

ACHTUNG! Es gibt Fristen für Beschwerden, Klagen und Schadenersatzforderungen!

Wenn ich diskriminiert werde, kann ich mich an einen der Mitgliedsvereine des Klagsverbands wenden.
Der Klagsverband unterstützt Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind, zu ihrem Recht zu kommen. Der Klagsverband bietet rechtliche Informationen, bringt Fälle vor Gericht und unterstützt Einzelpersonen vor Gericht.

Wegen diskriminierender Wohnungsanzeigen kann ich oder die Gleichbehandlungsanwaltschaft einen Strafantrag bei der Bezirksverwaltungsbehörde / beim Magistrat (nach Ort der inserierten Wohnung) stellen.
Hier finde ich einen Musterantrag wegen diskriminierendem Wohnungsinserat.

Diskriminierende Wohnungsanzeigen kann ich auch der Zeitung melden.

Wenn ich Rassismus / rassistische Diskriminierung erfahre, kann ich bei ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit einen kostenlosen Beratungstermin vereinbaren.
Wenn ich Rassismus / rassistische Diskriminierung erfahre oder beobachte, kann ich das auch anonym online melden.

Wenn ich als Migrant*in aufgrund meiner ethnischen Zugehörigkeit oder Herkunft diskriminiert werde, kann ich bei der Hotline gegen Diskriminierung und Intoleranz anrufen. Hier bekomme ich Informationen, an welche Antidiskriminierungsstelle ich mich wenden kann.

Wenn ich als Transgender- oder Intersex-Person diskriminiert werde, kann ich mich an die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) wenden.

Wenn ich wegen einer Behinderung diskriminiert werde, bekomme ich zusätzlich hier Beratung und Informationen:
Sozialministeriumservice – Landesstelle Wien
Behindertenanwaltschaft
Österreichischer Behindertenrat

Es ist oft schwierig, eine Diskriminierung oder Belästigung zu beweisen.
Deshalb genügt es, wenn ich eine Diskriminierung oder Belästigung glaubhaft mache.
Dafür brauche ich Indizien. Deshalb ist es sehr wichtig, dass ich mir Notizen mache und aufschreibe, wer wann was gesagt oder gemacht hat.